Warum wird heute der ganze Apfel weggeworfen, wenn er eine schlechte Stelle hat?

Also früher und ich halte das heute noch so, schneide ich aus was schlecht ist und verwende den Rest. Du auch? Was ist mit Dankbarkeit? Das Gute sehen, auch in dem was Schlecht scheint? Die Fähigkeit dazu besitzen wir wohl, aber nutzen wir sie?

Sind wir schon so industrialisiert und von der Medizin und Pharmaindustrie eingefärbt, dass wir nicht nur wirklich kaputte Gegenstände wegwerfen (hoffentlich noch recyclen) und nur teilweise nicht funktionierende Körperteile austauschen oder ersetzten? Versteh mich nicht falsch, ich bin froh, dass Operationen möglich sind und Körperteile ersetzt werden können – aber wird es im richtigen Maß eingesetzt?

Und was macht es mit uns?

Bringt es uns dahin immer mehr Regel aufzustellen? Regeln, Normen, Zertifikate wie etwas zu sein hat? Und wenn es nicht unseren Vorstellungen entspricht – taugt das Ganze nicht? Ein kleiner Fehler, ein kleiner schwarzer Fleck und das Ganze taugt nichts? Egal ob ein Produkt, ein Buch, ein Erlebnis, ein Tier oder gar eine Person?

An dieser Stelle möchte ich noch auf meine Artikel What you see is what you get verweisen.

Wann fangen wir endlich an, dahinter zu schauen? Uns selbst zu fragen was kann ich daraus lernen? Wie finde ich das Gute, den Schatz darin? Warum fragen wir nicht nach – woher kommt es wirklich? Oder was will mir mein Körper damit sagen? Warum fragen wir nicht warum ist diese Person so? Was hat sie dazu gebracht so zu reagieren? Warum verhält sich ein Tier so? Was hat es erlebt um so zu sein wie es ist? Und warum, frage ich mich, wenn ich denn weiß was dahinter steckt, warum sind wir dann nicht nachsichtiger und verständnisvoller? Sind wir selbst frei von Fehlern? Und wenn wir verstehen warum der andere so geworden ist, dann gibt es oft trotzdem kein „sowohl als auch“. Nein, dann geht lieber jeder seine eigenen Wege. Zusammenraufen gibt es schon lange nicht mehr, oder?

Meist bleibt es dann doch bei dem Urteil „Schlecht – weg damit“.

Wie wäre es sich täglich auf die Suche zu machen was ist heute gut gewesen? Und vielleicht macht es Sinn sich das aufzuschreiben? Von M. B. Rosenberg weiß ich, dass er es getan hat. In Tagebüchern hat er aufgeschrieben, was er Gutes erlebt hat, und nicht nur die großen Dinge des Lebens, sondern auch die kleine Geschenke des Lebens. Wie das summen einer Biene oder den kleinen Schmetterling. Er sagte, „schaut hier in diesen Regalen stehen alle meine schönen Erlebnisse –  ich habe ein erfülltes und glückliches Leben!“ – Sicherlich hat ihm das Leben auch  mal „schlechten Wein eingeschenkt“ und es gab nicht immer nur glückliche Situationen!

In einem Buch über das Leben fand ich ein schönes Ritual. Freunde die sich trafen, erzählten sich was gerade in ihrem Leben schwer ist und nicht so läuft wie sie es sich wünschten. Und dann, suchten sie gemeinsam nach dem was gut daran war. So z.B. ein Paar hatte einen lang gehegten Kinderwunsch und sie erfuhren, dass sie definitiv keine Kinder bekommen konnten. Die Frau erzählte das mit trauriger Stimme, und sagte kurz darauf. „Das Gute daran ist Klarheit zu haben und dadurch können wir einen Schritt weiter gehen und uns um ein Adoptivkind kümmern.“ Eine weitere Frau erzählte sie habe einen sehr aggressiven Krebs und sie wird sterben, das Gute daran?  Sie weiß jetzt, dass ihr nur eine kurze Zeit bleibt und diese will sie so gut nutzen wie nur möglich. – Alle Gemeinsam feierten diesen Austausch und hatte so eine gute Verbindung zu einander – auf einer offenen und heilsamen Ebene.

Die Schatzsuche beginnt… und damit ein WEG zu einem besseren Miteinander!